US-Zölle und deren Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft

Seit der Fusion mit der Volksbank Bruchsal-Bretten bieten wir unseren Kundinnen und Kunden auch die Möglichkeit einer Vermögensverwaltungslösung in der Schweiz – über unseren Verbundpartner DZ Privatbank. Daher veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Kommentar der DZ Privatbank zum Thema „US-Zölle und deren Wirkung auf die Schweizer Wirtschaft“.

39% Zölle belasten die Wirtschaft – oder?

Die am 31. Juli von der US-Regierung publizierte aktualisierte Zollliste sieht für schweizerische Importe ab dem 7. August 2025 eine Belastung von 39 Prozent vor. Die Beurteilung der tatsächlichen Auswirkung der US-Handelspolitik auf einzelne Länder wird jedoch durch die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen erschwert. Denn neben den bereits erwähnten länderspezifischen Zöllen hat US-Präsident Trump zusätzliche Abgaben auf ausgewählte Warengruppen implementiert – darunter Fahrzeuge, Stahl, Aluminium und Kupfer. Darüber hinaus existiert parallel dazu auch ein umfassendes Ausnahmeverzeichnis mit über 1.000 verschiedenen Gütern, die zollfrei bleiben, beispielsweise Pharmazeutika, Gold, Metalle, Holz, Chemikalien, Halbleiter und elektronische Erzeugnisse.

Wichtig: Pharmazeutika und Gold

Eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz spielen vor allem Pharmazeutika und Gold, da diese beiden Warengruppen rund 70 Prozent der schweizerischen Exporte in die USA ausmachen. Während derzeit noch etwa drei Viertel aller Schweizer Pharmaprodukte – insbesondere Medikamente – von Zollbelastungen befreit bleiben, unterliegt das verbleibende Viertel bereits heute den geltenden US-Zöllen für alle Länder. Bei Gold zeigt sich eine ähnliche Systematik: Gegossene Goldbarren können zollfrei importiert werden, gestanzte Goldbarren und geprägte Münzen hingegen werden mit dem jeweiligen länderspezifischen Zoll belastet. Diese Unterscheidung folgt der US-Strategie, Fertigprodukte zu belasten, deren heimische Produktion gefördert werden soll, während kritische Inputfaktoren oder Güter für die inländische Weiterverarbeitung unbelastet bleiben. Zuletzt wurde die Zollfreiheit von gegossenen Goldbarren nach zwischenzeitlicher Unsicherheit aufgrund gegenteiliger Meldungen nochmal explizit von Trump bestätigt.

Mit „gütlicher“ Einigung wird weiterhin gerechnet

Wir rechnen jedoch unverändert mit einer Handelseinigung. Obwohl eine Fristverlängerung zuletzt nicht erreicht wurde, sollen die Verhandlungen weiter fortgesetzt werden. Dabei haben die vergangenen Monate wiederholt gezeigt, dass extrem hohe Zollandrohungen vorrangig als Verhandlungs- und Druckinstrument dienen, aber selten tatsächlich implementiert werden. Für die USA wäre eine Umsetzung wirtschaftlich kontraproduktiv – besonders bei Pharmazeutika. Deren Preise möchte Trump eigentlich senken, Zölle würden jedoch zu Verteuerungen führen. Das tatsächliche Zollniveau für die Schweiz dürfte daher niedriger als aktuell angekündigt und die zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen begrenzt ausfallen. Auch weil mehr als 80 Prozent der schweizerischen Güterexporte nicht in die USA gehen und der gesamte Dienstleistungshandel von Importzöllen unberührt bleibt. Einzelne Branchen und Unternehmen werden jedoch aufgrund der Zölle vor beträchtlichen Herausforderungen stehen.

Abschließend ein Blick auf den Aktienmarkt

Der Aktienmarkt SMI (hier als Total Return-Index) – hier in der 2-Jahres-Betrachtung – hat auf die jüngsten Zollliste nicht besonders negativ reagiert, was die Einschätzung der Kollegen der DZ Privatbank grundsätzlich stützt.

Quelle: DZ Bank AG / infront

 

Quelle für den Textbeitrag: DZ Privatbank S.A.

 

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