SpaceX geht an die Börse

Die wohl größte IPO-Welle der Geschichte steht bevor: Auf den Börsengang von SpaceX folgen vermutlich bald die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI. Und um einen Einblick in die derzeitige Bewertungs-Dimension zu geben, hier die Einordnung der Bewertung von SpaceX im Vergleich zu den bisher größten Börsengängen der Geschichte (Bewertung in Bezug auf das Emissionsvolumen – die eigentliche „Market-Cap-Bewertung“, also Anzahl der Aktien * erster Kurs wird bei einem Vielfachen davon liegen):

 

Elon Musk ist der Kopf bei SpaceX – und bei Tesla und bei X und bei Neuralink. Nach dem Börsengang von SpaceX hält er weiterhin 85 Prozent der Stimmrechte. D.h. eine Sache ist klar: Wer ein „Problem“ mit der Person Elon Musk hat, muss sich mit dem IPO auch nicht beschäftigen. Für all diejenigen, die es dennoch tun möchten, nachfolgend ein paar Informationen:

  • SpaceX schrieb 2025 einen Nettoverlust von rund fünf Milliarden US-Dollar, d.h. das Unternehmen ist nicht profitabel
  • SpaceX kann somit mangels Gewinn nicht mit „KGV“ bewertet werden
  • SpaceX erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 18,5 Milliarden US-Dollar, dabei waren „Satelliten“ mit zuletzt plus 31 Prozent der Umsatztreiber
  • SpaceX weist auf Basis der ersten „Flüster-Emissionskurse“ eine Kurs-Cash Flow-Bewertung im Verhältnis von rund 300 aus
  • SpaceX wird auf Basis eben dieser „Flüster-Emissionskurse“ ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) zwischen Faktor 80 und 100 aufweisen

Anders ausgedrückt: Die Bewertungen lassen wenig Raum für künftige Enttäuschungen. Das größte Asset ist der Satellitenbereich „Starlink“. Und bestimmt werden kommerzielle Raketenstarts und Militäraufträge künftig an Bedeutung gewinnen. Womöglich gibt es auch echte Versuche zum Weltraum-Rohstoffabbau. Die weiteren Pläne wie „Mars-Kolonien“ und „Space-Rechenzentren“ erscheinen im Moment dann aber doch eher abenteuerlich – aber hier muss man Elon Musk und seinen bisher mutigen und erfolgreichen Visionen durchaus auch einmal Tribut zollen.

Wie lautet das Fazit zum Börsengang?

Hier bedienen wir uns einer krassen „Drittmeinung“ von Analyst und Podcaster Ed Elson. Er bezeichnet den Börsenprospekt als „unseriös, inhaltsleer, realitätsfern und grenzwertig unehrlich“. Das wären nicht die Worte, welche wir wählen würden. Aber Aktien mit derartigen Fundamentaldaten werden wir nicht als Langfristinvestment in unsere Portfolien aufnehmen – und Spekulation auf Emissionsgewinne sind nicht der Tätigkeitsbereich eines Vermögensverwalters.
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