Government Shutdowns gehören in den USA inzwischen fast schon zur politischen Normalität. Auch im Februar 2026 erleben wir wieder ein solches Szenario: Während der Großteil der Regierung nach einer kurzen Zitterpartie Anfang des Monats finanziert ist, befindet sich das Heimatschutzministerium (DHS) aktuell in einem Teilstillstand. Historisch betrachtet haben solche Ereignisse die Gesamtwirtschaft und vor allem die Kapitalmärkte jedoch kaum nachhaltig aus der Bahn geworfen.
Die längsten Shutdowns der vergangenen Jahre verdeutlichen das Muster. Die 35-tägige Schließung Ende 2018/Anfang 2019 dämpfte das BIP-Wachstum nach offiziellen Schätzungen lediglich um etwa 0,02 Prozentpunkte. Selbst der Rekord-Shutdown im Herbst 2025, der mit 43 Tagen der längste in der US-Geschichte war, löste weder eine Rezession aus noch führte er zu einer nennenswerten Korrektur an den Börsen.
Seriöse Analysen, etwa vom Congressional Budget Office, gehen pro Woche Shutdown von einem temporären BIP-Rückgang in der Größenordnung von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten aus. Der überwiegende Teil dieses Effekts wird nach Wiederaufnahme der Behördentätigkeit rasch wieder aufgeholt. Die wirklichen Verlierer sind vor allem lokal zu finden: Gastronomie und Dienstleister an Behördenstandorten oder Bundesangestellte, die vorübergehend ohne Gehalt dastehen. Volkswirtschaftlich bleibt der Gesamtschaden jedoch überschaubar.
Die aktuelle Lage
Nachdem Ende Januar die Finanzierung für weite Teile der Regierung auszulaufen drohte, konnte der Kongress Anfang Februar eine weitreichende Einigung erzielen. Fünf der sechs noch offenen Haushaltsgesetze wurden verabschiedet, womit zentrale Ressorts wie Verteidigung, Gesundheit und Verkehr bis zum Ende des Fiskaljahres abgesichert sind.
Der Knackpunkt bleibt jedoch das Budget des Department of Homeland Security (DHS). Hier kam es wegen umstrittener ICE-Operationen zu massiven Meinungsverschiedenheiten, weshalb man das Budget zunächst nur per Notlösung bis zum 13. Februar verlängerte. Da diese Frist am vergangenen Freitag ohne neue Einigung verstrichen ist, befindet sich das DHS nun in einem Teilstillstand. Da sich der Kongress zudem in die zehntägige Pause zum „Presidents‘ Day“ verabschiedet hat, ist vor Ende Februar kaum mit einer Lösung für dieses spezifische Ressort zu rechnen.
Was das für die Kapitalmärkte bedeutet
Anleger sollten sich von den Schlagzeilen über den DHS-Stillstand nicht verunsichern lassen. In der Vergangenheit hat noch kein Government Shutdown allein eine größere Marktkorrektur, einen Bärenmarkt oder gar eine Rezession ausgelöst. Wenn die Kurse kurzzeitig nachgeben, liegt der eigentliche Treiber meist anderswo: bei den Zinsentscheidungen der Fed, Inflationsdaten oder geopolitischen Entwicklungen.
Die Börse hat solche Episoden bisher routinemäßig „weggesteckt“, da sie als politisches Theater wahrgenommen werden, bei dem eine kurzfristige Lösung die Regel ist. Ein partieller Shutdown, bei dem wie aktuell nur ein einzelnes Ministerium betroffen ist, dämpft mögliche makroökonomische Effekte noch weiter.

Fazit für Investoren
Die wiederkehrenden Haushalts-Dramen in Washington sind emotional und medienwirksam, ökonomisch aber kaum der Rede wert. Die US-Wirtschaft und die Kapitalmärkte haben immer wieder bewiesen, dass sie derartige politische Pattsituationen sehr gut wegstecken, solange keine echten strukturellen Krisen wie eine Schuldenobergrenzendebatte hinzukommen.
Obwohl die DHS-Debatte festgefahren scheint, wird der Markt die Sache höchstwahrscheinlich schnell als „business as usual“ abhaken, sobald der Kongress nächste Woche wieder zusammentritt. Historisch war Gelassenheit hier das passende Stichwort.