Frieden im Iran?

Ende vergangener Woche berichtete der Nachrichtensender n-tv noch über fast 40 Ankündigungen des US-Präsidenten zu einem USA-Iran-Abkommen. Und nun scheint es wirklich dazu zu kommen. US-Medien zufolge sollen der US-Präsident und sein Vize bereits ihre virtuelle Unterschrift unter ein Friedensabkommen gesetzt haben. Und auch Vermittler Pakistan hat erklärt, dass man sich auf den Text für ein Friedensabkommen geeinigt hätte.

Iran kündigte „ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges und der Militäreinsätze an verschiedenen Fronten […] an.“ Ausdrücklich gelte das aber auch für Libanon, also die Angriffe Israels, die der Hisbollah gelten. Innerhalb von 30 Tagen sollen die US-Seeblockade gegen Iran aufgehoben und die Straße von Hormus durch den Iran freigegeben werden.

Klingt erfreulich, aber unterzeichnet ist diese Friedensabkommen noch nicht. Das soll erst am Freitag in Genf geschehen. Auch der vollständige Text wurde bisher nicht veröffentlicht. Denn „ein endgültiges Abkommen“ soll dem Vernehmen nach erst innerhalb der folgenden 60 Tage ausgehandelt werden – mit Konzentration „auf Nuklearfragen sowie die vollständige Aufhebung der Sanktionen“ gegen Iran.

Allerdings sei erwähnt, dass nach Einschätzung von Experten des Bruegel-Instituts der globale Ölmarkt selbst bei einer schnellen Wiedereröffnung der Straße von Hormus bis weit ins Jahr 2027 hinein angespannt bleiben dürfte. Zum einen wird vermutlich die Reaktivierung der Ölproduktion und der Lieferketten Monate dauern. Und nicht zu vergessen: Hunderte Tanker müssten von anderen Routen zurückgeführt, Arbeitskräfte verlegt und Ölfelder schrittweise wieder hochgefahren werden.

Man darf gespannt sein, ob und wie das gelingt. Schließlich haben die ursprünglichen Verhandlungen zu Irans Atomprogramm wie viele Jahre gedauert?

Die Kapitalmärkte auf jeden Fall reagierten mit Freude – und steigenden Kursen. Der S&P 500 stieg um 1,7 Prozent auf 7.554 Punkte, während der Nasdaq mit gut drei Prozent auf 26.684 Punkte noch deutlicher zulegte. Der deutsche Leitindex Dax gewann 1,05 Prozent auf 24.894 Punkte und näherte sich damit wieder seinem Rekordniveau. Die „Risikoabsicherung“ Gold stieg antizyklisch um 2,5 Prozent auf 4.346 US-Dollar je Feinunze und der „einzige“ Verlierer war der Ölpreis: Brent fiel auf 83,6 US-Dollar (minus 4,3 Prozent) je Barrel.

 

Quelle: DZ Bank AG / Infront, Zeitraum YTD 2026

 

Unter dem Strich konnten sich die Kapitalmärkte – allen voran die Aktien – dieser Krise entziehen und laufen auf Kurs „Allzeithoch“. Doch wenngleich die Inflationsdaten in den letzten beiden Monaten noch in überschaubarem Maße stiegen, bleiben Ungewissheiten für den Konsum, die Konjunktur und den weiteren Verlauf bei vielen Assetklassen. Investoren sollten daher weiter „wachsam“ sein und nicht blind auf „Autopilot“ stellen.

 

Quelle: Union Investment, The Pioneer

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