Unsicher war das Wort, welches das 1. Börsenhalbjahr des Jahres 2025 geprägt hat. Die Zollpolitik der US-Regierung sorgte für Schwankungen, auf welche kein Marktteilnehmer vorbereitet war. Aber der Reihe nach. Zunächst der Blick auf die nüchterne Indextabelle:

Quelle: Volksbank Kraichgau eG
Die USA verändern den Freihandel der westlichen Welt
Am 02.04.25 verkündete der US-Präsident im White House Rose Garden diese einseitige Neuordnung des Freihandels und stürzte den Kapitalmarkt kurzfristig ins Chaos. Der DAX starte in das Quartal mit 22.539 Punkten und erreichte seinen Tiefpunkt bereits am 09.04.25 mit 19.670 Punkten, was einem Verlust in den ersten 9 Tagen in Höhe von rund 12,7% entsprach. Ab dem 09.04.25 ging es für den DAX mächtig Bergauf, nachdem die US-Regierung eine „Verhandlungsphase für die neuen Zölle“ über 90 Tage festgelegt hatte. So stieg der DAX bis zum 30.06.25 auf 23.909 Punkte, wodurch der Zuwachs für das gesamte erste Halbjahr somit rund +20% betrug. Der Kursindex des DAX konnte rund 17% zulegen, da hier die von den Unternehmen gezahlten Dividenden nicht automatisch wieder mit angelegt werden. Der europäische Stoxx600 hat fast dieselbe Bewegung wie der DAX vollzogen und der US-Index Dow Jones gewann 4,99%. Der S&P500 verzeichnete analog den anderen großen Indices einen massiven Einbruch Anfang April. Der Index stürzte auf 4.834 Punkte ab, erreichte allerdings zum Quartalsende ein neues Allzeithoch (!) mit 6.205 Punkten und machte insgesamt in Q2 10,84% gut. Im ersten Halbjahr betrug der Zuwachs des S&P500 somit +5%, allerdings in US-Dollar gerechnet. Das zwischenzeitliche Auf- und Ab am US-Leitindex können Sie das nachfolgenden Grafik gut entnehmen:

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Die Abwertung des US-Dollar, welche am Jahresanfang begonnen hatte, setzte sich im zweiten Quartal gnadenlos fort. Er verlor im zweiten Quartal ca. 9,25% gegenüber dem Euro, zum Ende des ersten Halbjahres steht ein Verlust des US-Dollar gegenüber dem EUR von rund 14% zu Buche. Somit weisen US-Investments von EUR-Investoren hohe Währungsverluste auf. Ein Investment in den S&P500 notiert aus Sicht eines EUR-Investors also bei rund -9%. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die jüngste Bewegung des USD gegenüber dem EUR durchaus noch länger andauern kann, immerhin ist der USD aus einer sehr prägnanten Seitwärtsbewegung ausgebrochen:

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Die US-Notenbank FED hat den US-Leitzins bei 4,25%-4,50% belassen und somit keine Zinsänderungen vorgenommen, während hingegen die europäische EZB den Leitzins viermal senkte. Dieser liegt nun aktuell bei 2,00%. Der Angriff von Israel auf den Iran am 13.06.25 führte, wie zu erwarten war, zu einer schnellen Bewegung im Ölpreis. Die Drohung des Irans, die Straße von Hormus zu blockieren , ließ den Ölpreis (WTI)zunächst in der Spitze auf über 76 US-Dollar steigen. Nachhaltig war der Anstieg allerdings nicht, der aktuelle Waffenstillstand führte zu Kursrückgängen auf unter 65 US-Dollar. Auf diesem Niveau verblieb der Ölpreis (WTI) dann auch bis zum Ende des zweiten Quartals, sodass der Ölpreis die Weltkonjunktur nicht mit zu hohen Kursen / Kosten belasten dürfte.
Die wesentlichen Treiber sind also schnell eruiert
Die Bewegungen im 1. Börsenhalbjahr können daher wie folgt zusammengefasst werden: Achterbahnfahrt bei Aktien mit aktuell positivem Ende sowie ein sehr schwacher US-Dollar, welcher die Wertentwicklung von US-Investitionen aus Sicht der EUR-Investoren massiv belastete. Der Konflikt Iran/Israel scheint keinen Flächenbrand nach sich zu ziehen und die „Friedensbemühungen“ für den Konflikt Ukraine / Russland dauern unverändert an.