Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins am 10.12.25 zum dritten Mal in Folge gesenkt. Diese Senkung stand in den vergangenen Wochen – den Umfragewerten zufolge – zwar auf der Kippe, hat den Markt aber nun nicht mehr überrascht. Dieses Mal hielten sich sogar die Gegenstimmen in engen Grenzen. Stephen Miran, der als loyal gegenüber US-Präsident Donald Trump gilt, bevorzugte erneut eine große Zinssenkung von 50 Basispunkten. Und gegen jegliche Zinssenkung sprachen sich nun zwei FED-Gouverneure aus. Die Leitzinsentwicklung der vergangenen 25 Jahre sieht nun wie folgt aus:

Und so stiegen die Kurse an den US-Aktienmärkten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Fed den Kauf kurzlaufender Staatsanleihen im Wert von 40 Milliarden Dollar in den kommenden 30 Tagen angekündigt hat. Damit fließt neue Liquidität in die Märkte. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Refinanzierungsmarkt zu entlasten, wo es zuletzt zu erhöhter Spannung gekommen war. Ebenfalls wichtig war die Anhebung der Wachstumsprognosen seitens der US-Notenbank. Im laufenden Jahr 2025 soll das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 % zulegen (bisherige Prognose +1,6 %). Für das Jahr 2026 wird nun ein Wirtschaftswachstum von +2,3 % erwartet (bisherige Prognose +1,8 %). Gleichzeitig rechnet die Fed mit einer geringeren Inflation. Für 2025 wurde die Inflationsprognose leicht von +3,0 % auf +2,9 % gesenkt. Für das Jahr 2026 wird nun eine Inflationsrate von +2,4 % erwartet, verglichen mit der vorherigen Schätzung von +2,6 %.

Quelle: federalreserve.gov)
Wie viele Zinssenkungen folgen noch?
Es bleibt damit spannend, wie die Geldpolitik zukünftig gestaltet wird. Die Fed-Mitglieder gehen im Median unverändert von jeweils einer weiteren Zinssenkung in den Jahren 2026 und 2027 aus. Und es gab einige Hinweise bei dem gestrigen Zinsentscheid und der Pressekonferenz, dass die Fed nun vorerst pausiert. Die Fed-Funds-Futures zeigen für 2026 derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 68 % für zwei Zinssenkungen an. Dies bedeutet, dass momentan von einem verlangsamten Zinssenkungszyklus in den USA auszugehen ist. Vielleicht liegt das Gros der Zinssenkungen ja bereits hinter uns, denn seitens der EZB gab es in den vergangenen Tagen bereits erste Stimmen, dass der nächste Zinsschritt eher eine Erhöhung statt eine weitere Senkung sein dürfte.
Quellen: federalreserve.gov, DZ Bank AG / Infront, m+c asset allocation GmbH