Und wieder ist ein Jahr vorbei. Und wieder ein ereignisreiches Kapitalmarktjahr mit viel Bewegung und einigen unerwarteten Bewegungen. Nachfolgend haben wir die wesentlichen Entwicklungen auf Indexebene für Sie zusammengefasst und starten mit einem allgemeinen Überblick (Achtung: Schlusskurse 30.12.25 um 14h, daher leichte Abweichungen zu anderen Übersichten / Angaben möglich):

Quelle: DZ Bank AG / Infront, eigene Darstellung
Der deutsche Aktienleitindex DAX schloss das Jahr mit über 20% positiver Performance, wobei der DAX bereits im Mai die Marke von 24.000 Punkte knacken konnte und in der zweiten Jahreshälfte dann eher Stagnation angesagt war. Die Gründe für den fulminanten Jahresstart lagen in den zu Jahresbeginn aufkeimenden Hoffnungen auf Fiskalprogramme, Politikwechsel und ein mögliches Kriegsende in der Ukraine. Leider alles Hoffnungen, die sich im Jahr 2025 nicht erfüllten bzw. unerfüllt blieben.

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Der S&P 500 legte in USD gerechnet über 15 Prozent zu – allerdings mit starken Schwankungen im Jahresverlauf, denn der S&P500 bewegte sich im Jahr 2025 in einer Spanne von -15 % bis +15 %, was in den letzten 50 Jahren nur vier Mal zu beobachten war. Verantwortlich für die tolle USD-Performance war vor allem die Dynamik der Technologiewerte im Zuge des KI-Booms, wobei sich diese Dynamik erst in der zweiten Jahreshälfte entfaltete. Gerade zu Beginn des Jahres kamen in Anbetracht der Ergebnisse der chinesischen „Low-Budget“-KI-Anwendung DeepSeek Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Investitionen der großen US-Player. Doch davon war gerade in der Zeit nach dem großen „Zoll-Schock“ nicht mehr viel zu sehen. So erreichte NVIDIA im Jahresverlauf als erstes Unternehmen der Welt eine Marktkapitalisierung von über 5 Billionen USD.

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Fast schon vergessen scheint aus heutiger Sicht die Schwäche des US-Dollars (-10 %) im 1. Halbjahr 2025. Besonders ungewöhnlich war übrigens die Phase der sogenannten „Liberation Week“ (nach dem 02.04.25), in welcher US-Aktien, US-Anleihen und der US‑Dollar gleichzeitig fielen – ein äußerst seltenes Phänomen. Doch ähnlich wie beim DAX so kam auch beim Verhältnis EUR/USD in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr viel bzw. stagnierte es nahezu auf dem Niveau von Anfang Juli. Selbst der rekordverdächtige US-Shutdown konnte daran nichts ändern. Am 12. November 2025 stimmte das US-Repräsentantenhaus dem vom Senat verabschiedeten Übergangsfinanzierungsgesetz zu und beendete damit den 43 Tage andauernden Regierungsstillstand.

Quelle: DZ Bank AG / Infront
„Tariffs“ – Trumps Lieblingswort – wurde 2025 zur wirtschaftspolitischen Realität. Mit der Aktivierung von Section 232 des Trade Expansion Act sowie der Executive Order 14257 setzte die US‑Regierung einen deutlichen protektionistischen Impuls. 12,5 Prozent beträgt (im Moment) der Anstieg der US-Durchschnittszölle – der höchste Stand seit 90 Jahren(!). Dieser „Zoll-Schock“ Anfang April führte dazu, dass sich die US‑Wirtschaft durch weite Teile des Jahres 2025 eher mühsam voran bewegte, wobei die befürchtete Verbraucherpreisinflation erfreulicherweise ausblieb. Und bleiben wir beim amtierenden US-Präsidenten. Seine angekündigte kryptofreundliche Agenda sorgte zeitweise für spüren Rückenwind ab den „Kryptobörsen“ und führte zum Beispiel Bitcoin bis rund 120.000 USD. Deregulierung, eine offene Haltung gegenüber digitalen Assets sowie positive Signale an institutionelle Investoren nährten die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung. Doch unter dem Strich musste Bitcoin im Vergleich zum Kurs am Jahresende 2024 das Jahr mit einem rund 5%igen Kursrückgang beenden.

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Die Anleihemärkte lieferten weitgehend die erwarteten Erträge, wobei die Risikoprämien („Credit Spreads“) wieder auf das Niveau vor der russischen Invasion in die Ukraine sanken. Allerdings nicht für französische Staatsanleihen – diese weisen inzwischen höhere Risikoprämien als italienische Staatsanleihen auf. Der Markt hat die hohe Staatsverschuldung sowie die (Unwilligkeit für Reformen) Unfähigkeit zu Haushaltskürzungen gnadenlos abgestraft. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen in Deutschland stiegen ebenfalls quasi kontinuierlich – zum Glück aber langsam und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. 30jährige Bundesanleihen notierten am Jahresende bei rund 3,5% Rendite – und somit auf einem 14-Jahreshoch. Doch auch bei den „kürzeren“ 10jährigen Staatsanleihen war der Anstiegstrend der Renditen am Jahresende deutlich zu sehen. Grund waren hier ebenfalls die neuen Schulden und Investitionspakete, aber auch eine gewisse „Normalisierung“ der Zinskurve. Hierzu trug auch die Politik der Europäischen Zentralbank EZB bei, welche die Leitzinsen mehrfach in diesem Jahr senkte. Und auch die US-Notenbank schwenkte auf den Zinssenkungstrend ein – auch wenn der FED-Vorsitzende Jerome Powell lange erbitterten (und teils berechtigten) Widerstand leistete.

Quelle: DZ Bank AG / Infront
Der Ölpreis fiel unter 60 US-Dollar, der niedrigste Stand seit Post-COVID 2020. Dieser Rückgang spiegelte das reichliche Angebot (Produktionssteigerung der OPEC+), die schwächere Nachfrage (aufgrund des nachlassenden globalen Wachstums) und die erwartete Beruhigung im Nahen Osten wider. Die Bombardierung des Iran hat die geopolitische Prämie zusätzlich gesenkt. Dies kam letztlich den Verbrauchern zugute, da die sinkenden Preise den Disinflationstrend unterstützten. Ein Zeichen für die angespannte politische und wirtschaftliche Lage gibt es aber doch. Gold, von Anlegern als „sicherer Hafen“ geschätzt, brachte die höchste Rendite aller Anlageklassen für das abgelaufene Jahr ein. Der Preis kletterte auf 4.400 Dollar je Feinunze – ein Plus von rund 60 Prozent seit Beginn von 2025.

Quelle: DZ Bank AG / Infront