ALLOKATIONS-UPDATE IM MANDATSGESCHÄFT

In unserem letzten Allokations-Update am 17.10.2022 schrieben wir, dass wir der Meinung sind, dass sich die Aktienmärkte in der sogenannten „Bodenbildung“ befinden. Im Augenblick liegen wir mit dieser Einschätzung vollkommen richtig. Insbesondere die Aktienmärkte in Europa konnten sich in beeindruckender Art und Weise von ihren Tiefstständen lösen. Überraschenderweise können diese ihre Pendants aus den USA seit rund 2 Monaten in Sachen Wertentwicklung deutlich hinter sich lassen. Denn im US-Leitindex S&P500 sieht die Lage noch nicht so entspannt aus, wie Sie dem nachfolgenden Chart entnehmen können:

Quelle: stock3.com, eigene Kommentierung

Wir haben für Sie in diesem Chart den Bereich markiert (Ellipse in Orange), in welchem auch der S&P500 charttechnisch in einem „entspannten“ Bereich wäre. Dafür muss zunächst die 200-Tagelinie nachhaltig überwunden werden. Da dies noch nicht erfolgte und dazu die gesamte Lage an den Kapitalmärkten sich weiterhin sehr komplex darstellt, sind wir in Bezug auf Aktien noch nicht euphorisch.

Der Krieg in der Ukraine war ein „Brandbeschleuniger“

An dieser Stelle möchten wir auf einen Umstand hinweisen, welcher in den aktuellen Diskussionen unseres Erachtens oft übersehen wird. Dass die Inflation steigt und somit unter Umständen die Notenbanken gezwungen sind, die extrem expansive Geldpolitik zu beenden, war bereits 2021 bekannt. Doch bis zum Ausbruch des Kriegs in der Ukraine lief der Kapitalmarkt in noch normalen Bahnen. Die Zinsen stiegen, in Folge dessen korrigierten (Technologie-)Aktien. Ein „Brandbeschleuniger“ waren jedoch die Ereignisse um den 24.02.2022, wie der Blick auf die Inflationsentwicklung in der Eurozone eindrücklich zeigt:

Quelle: DWS GmbH & Co KGaA

Die Inflation entwickelte sich in einem stetigen Trendwachstum, welches sich erst in den Monaten nach dem Februar 2022 schnell und massiv veränderte. Und ob die Inflation wirklich so schnell und so massiv fallen wird, wie es einige Kapitalmarktteilnehmer derzeit einpreisen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Um die Inflation nachhaltig zu stoppen, wird eine Rezession benötigt. Und da nicht mit Sicherheit prognostiziert werden kann, wie lange und wie tief diese ausfallen wird, bleiben wir bei unserer generellen Marktmeinung: Die Märkte sind in der Bodenbildungsphase – und mit Volatilität sollte durchaus auch weiterhin gerechnet werden. Neue Tiefststände sind zwar vorerst nicht zu erwarten, doch für Euphorie ist es noch zu früh.

Unsere aktuelle Kapitalmarkteinschätzung

So schmerzhaft der Zinsanstieg auch war – nach vorne bietet er nun wieder attraktives Renditepotential. Natürlich ist auch am Zinsmarkt weiterhin mit Volatilität zu rechnen. Und eine aufkommende Rezession wird auch Risikoprämien (sogenannte „Spreads“) weiterhin atmen lassen. Dennoch ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem es gilt, langsam wieder in den Markt zu investieren. Daher beginnen wir in den kommenden Wochen sukzessive, attraktive Unternehmensanleihen in die Vermögensverwaltungsstrategien aufzunehmen bzw. die bestehenden Positionen wieder auszubauen. Ergänzend führen wir konsequent die Reduzierung von USD-Positionen weiter fort, denn es scheint, als ob der Aufwärtstrend des USD gegen EUR nachhaltig gebrochen ist. Und die letzte Maßnahme ist die Wiederaufnahme von Gold in einige unserer Anlagestrategien. Dieses hatten wir im Frühsommer komplett aus den Anlagestrategien entfernt. Nachdem jedoch Gold unter charttechnischen Gesichtspunkten eine Beruhigung der Lage vorweist und gleichzeitig von einem wieder schwächeren USD profitieren könnte, beginnen wir auch hier mit ersten Positionen. Insgesamt sieht unsere Kapitalmarkteinschätzung also weiterhin „konstruktiv defensiv“ aus, d.h. wir nehmen ganz langsam und sukzessive sogenannte „risky assets“ wieder in die Portfolien auf, bleiben in Summe aber noch leicht in der „Defensive“:

Quelle: Investment Office der Volksbank Kraichgau eG

Wertentwicklung unserer Anlagestrategien

Die Wertentwicklung unserer Anlagestrategien für den Zeitraum 31.12.2021 bis 17.11.2022 beträgt:

Quelle: Investment Office der Volksbank Kraichgau eG

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